THE NUTCRACKER ROLOADED

The Nutcracker Reloaded

Das war ein Feuerwerk gestern. Bei der Deutschlandpremiere von THE NUTCRACKER RELOADED ging es richtig zur Sache. Wenn ich das Stück kurz beschreiben müsste, würde ich es einen absoluten Remix nennen. Auch wenn die Basis die Musik von Tschaikowsky bildet. Die Macher haben auch hier kaum einen Stein auf dem anderen gelassen. Ergebnis ist eine rasante Reise.

Was euch erwartet

Ein Erzähler nimmt euch mit auf die Reise. Er gibt euch alle wichtigen und unwichtigen Informationen, die ihr braucht um die neu erzählte Geschickte zu verstehen. Er ist euer Tourguide auf diesem Trip. Das Wort Trip beschreibt es tatsächlich recht gut. Euch erwartet ein Feuerwerk aus Bewegungen, Musik, Bildern und Animationen.

Remix und Mashup, in Musik, Tanz und Bildern

THE NUTCRACKER RELOADED - Breaking Ballet
Foto: © Daniel Ohlsson

Remix und Mashup ist ein Teil der modernen Medienwelt. Ein kultureller Spiegel unserer modernen Zeit. Es gibt im gesamten Stück viele Beispiele dafür. Einmal die Musik von Tschaikowsky, die mit einem Beat unterlegt wird. Dann gibt es Musikstücke die eindeutig keine klassische Musik sind und trotzdem das Thema grob aufgreifen und mit Wotspielen arbeiten. Da wird aus dem Nutcracker schon mal „don’t crack my nuts“.

Tschaikowsky meets Streetdance, steht unter dem Stück. Was nur ein Teil der Wahrheit ist. Wer genau hinsieht wird noch viele andere Tanzstile entdecken, die teilweise fließend in einander übergehen. Eine spannende Mischung von Ballett bis zum Break Dance.

Zusätzlich wurde viel mit Projektionen gearbeitet, die von den Tänzern perfekt in die Choreographie integriert wurde. Erinnert hat mich das sehr stark an die Choreographie von Heroes auf dem ESC. Was kein Zufall ist, denn beides ist vom Choreograpen Fredirik Rydman.

Die Tänzer

Die gesamte Crew ist wirklich toll. Trotzdem möchte ich drei der Tänze besonders hervorheben. Weil sie es geschafft haben, in einem wirklich guten Ensemble etwas Besonderes zu sein.

Ellen Lindbad als Clara

THE NUTCRACKER RELOADED - Clara
Clara
Foto © Daniel Ohlsson

Die Weibliche Hauptrolle des Stücks muss natürlich etwas können. Trotz dieser Erwartung zeigt Ellen Lindbad bereits ganz am Anfang was sie kann. Zu diesem Zeitpunkt war mich noch nicht klar, welche Rolle sie spielt. Trotzdem blieb mein Blick an ihr haften. Ihre Bewegungen waren einen Tick präziser, bis zum Ende ausgetanzt, wirklich bemerkenswert. Dabei zeigte sie auch noch die unterschiedlichsten Tanzstile. Von Streetdance, über Contemporary (ok, fließenden Grenzen) bis hin zum klassischen Ballett.

Daniel Koivunen als Drosselmeyer

Der Bösewicht des Stücks. Vom Stil her flexibel wie eine Schlange, wenn das mal nicht zur Rolle des Bösen passt. Er kommt aus der Crew Bounce, des Choreografen und war auch schon bei Swanlake Reloaded mit dabei.

Die Verlockung des Bösen hat er perfekt in Szene gesetzt

Bruce Almighty als Mario Bros und weiteren

Bruce gehört seit Jahren zu den besten B-Boys der Welt. Was er mit vielen gewonnen 1zu1 Battles immer wieder unter Beweis stellt. Seine Moves haben eine faszinierende Leichtigkeit. Als wäre es so ganz einfach. Eine Windmill bei der man das Gefühl hat er berührt kaum den Boden, sondern fliegt einfach durch die Luft. Ein so hohes Niveau habe ich bisher selten gesehen. Selbst bei Flying Bach gab es nur wenige, die dieses Können gezeigt haben und die Flying Steps waren schon oft als Crew Weltmeister.

Auf der Aftershow Party konnte man das Geheimnis dann erkennen. Bruce ist relativ klein (bei Tänzern ist das gut) und hat einen Brustkorb der auffällig breit ist. Sprich, der Kerl besteht aus Knochen, Muskeln und jeder Menge Energie.

Eckdaten der Show

Die gesamte Show dauert ca. 1,5 Stunden und hat keine Pause. Was ich bei dieser Länge super finde. Bei kurzen Stücken brauche ich persönlich keine Pause, die im Theater eh meistens zu kurz ist um sie sinnvoll zu nutzen.

Wenn euch das jetzt interessiert müsst ihr ganz schnell sein. Die Show läuft nur noch bis zum nächsten Sonntag. Aktuell gibt es noch ein paar Restkarten, die könnt ihr hier finden.

Bildergalerie

Mein Fazit

Was für ein abgefahrener Trip! Mir hat es extrem gut gefallen. Die ganze Show ist ziemlich überdreht, irgendwie typisch skandinavisch, was mir gut gefallen hat. Die tänzerischen Leistungen waren durch die Bank wunderbar. Ihr könnt ein sehr unterhaltsamer Abend, jenseits des Ernstes eine klassischen Ballett Aufführung erleben.

Wer hier die Erhaltung eines klassischen Werk sucht, ist leider falsch abgebogen. Es geht um einen respektvollen Umgang mit der Materie, ohne die Kreativität für Neues zu verlieren. Genau das haben die Macher aus meiner Sicht geschafft. Ich konnte bei mir aber auch beobachten, dass das Interesse am Original dadurch neu geweckt wurde. Auf dem Heimweg lief daher gestern Tschaikowsky bei mir. Ich glaube solche Neuinterpretationen sind ein absoluter Gewinn. Man spricht auch junge Menschen an und weckt damit bestimmt auch Interesse am klassischen Original.

Wie oben schon geschrieben, wer Interesse hat sollte ganz schnell sein. Es gibt aktuell nur ein paar Restkarten.

Hinweise zum Beitrag

Für die Berichterstattung wurde mir auf Anfrage vom Deutschen Theater eine Pressekarte zur Verfügung gestellt.

Bildnachweis

  • Titelbild
    • Quelle: Pressematerial Deutsches Theater
    • Foto:© Daniel Ohlsson
  • Weitere Bilder: Copyright (siehe Bildunterschrift)
Kategorien KULTUR

Ich bin Sascha Walk und der Autor – besser gesagt der Urban-Lifestyle-Evangelist hinter Blog in Orange. Diese Bezeichnung leitet sich vom Technologie Evangelist ab. Ich möchte euch die frohe Botschaft des schönen Stadtlebens näherbringen.

  1. Pingback: Flying Steps Interview - Ein Leben lang Hip-Hop-Lifestyle | Blog in Orange

Verfasse eine Kommentar