Donnersbergerbrücke Part 4

Street Art in München

München ist nicht gerade die Welthauptstadt des Graffitis. Eigentlich ist fast jede Form von Street Art nur sehr selten im öffentlichen Raum zu sehen. Dabei ist es egal ob man über legalen oder illegale Street Art spricht. Illegales hat in München eh kaum eine Chance gesehen zu werden. Eine besprühte S-Bahn ist in Berlin häufiger zu sehen. In München meistens nur einmal, nämlich in einem Zeitungsbericht. Danach wird die S-Bahn erst wieder clean in den Verkehr gebracht. Da gibt es aber auch ein paar wenige legale Flächen. Da können die Künstler teilweise auch mit Unterstützung durch die Stadt München arbeiten. Auch wenn die Fläche am Schlachthof wohl erst einmal entfällt. Es gibt ja noch die Donnersbergerbrücke. Dort gibt es Fläche. Legale Fläche und zwar massig. Insgesamt sind es über 2.000 m². Hier bekommt ihr ein paar Infos, Einblicke und einen Veranstatlungstipp für diese Woche.

Umgestaltung der Donnerbergerbrücke

Das Projekt

Hinter der Umgestaltung steckt der Writers Corner München und wird dabei von der Stadt München unterstützt. Wenn man sich mal vor Augen führt wie das Gelände vor der Umgestaltung 2011 aussah, hat sich die Investition schon gelohnt. Ein trauriger Ort, der in diesem Fall wirklich verschmiert war. Was ja leider oft das öffentliche Bild von Graffiti oder Street Art allgemein prägt. So sah es damals aus:

Donnersbergerbrücke vor der Umgestaltung

Dann kam zum Glück die Umgestaltung. Da die verfügbare Fläche einfach riesig ist wurde die Umgestaltung in mehrere Teile aufgeteilt. Alles fing im August 2011 an. Damals startete der erste Abschnitt der Umgestaltung und wurde im September 2011 abgeschlossen. Part 2 fand dann im Sommer 2012 statt. Im Herbst 2013 wurde der 3. Teil abgeschlossen. Dann war erst einmal eine längere Pause.

Aktuell läuft Donnersbergerbrücke Part 4. Der Abschnitt wurde im August 2016 gestartet und endet am 15. September.

Insgesamt waren 58 Graffiti Künstler beteiligt. Jeder hat sich mit seinem eigenen Stil einbrachten. Im Gespräch mit Marco Reinhardt aka. Eitel habe ich ein paar spannende Infos zur Umgestaltung bekommen.

Graffiti war bei mir fest mit dem Medium Sprühdose verbunden. Hier gab es aber eine Entwicklung, heute beschränken sich die Künstler eben nicht nur auf dieses Werkzeug. Pinsel, Farbroller für große Flächen. Ist alles erlaubt, ist alles Graffiti. Eitel arbeitet zum Beispiel bei dem aktuellen Werk mit dem Pinsel. Das funktioniert einfach besser mit seiner Formensprache. Auch haben legale Flächen den Vorteil, Zeit für die Gestaltung zu haben. Natürlich bleibt das Werk auch länger erhalten und es ist halt einfach legal.

Die von Nasca, Fanta, Pyser und Eitel gestaltet Fläche war am Sonntag noch nicht fertig. Dafür hier ein Einblick in die Gestaltung. Bin schon sehr auf das finale Ergebnis gespannt. Gibt es bei der Finissage am Donnerstag zu sehen

Es gibt eine Menge Dinge, die bei dem Thema Graffiti falsch in den Köpfen verankert sind. Graffiti ist immer Illegal, stimmt nicht. Graffiti ist immer Sprühdose, stimmt nicht. Graffiti sind komische Typen, die in der Nacht unterwegs sind, stimmt nicht.

Ich war am letzten Sonntag bei schönsten Sonnenschein da und habe die Künstler getroffen. Das ist auch das richtige Wort. Es sind Künstler. Ich finde es gut, dass die Stadt München hier Flächen zur Verfügung stellt. Es dürfen gerne noch ein paar mehr sein. Liebe Stadt München, wenn euch Bikiniplakate vor dem Rathaus nicht passen. Gebt Baustellenflächen für die Street Art Künstler frei. Am besten auf Holz, das kann man dann anschließend vor oder in die Pinakothek der Moderne stellen. Zumindest ein paar der Künstler haben es bestimmt verdient. Nicht zu vergessen, auch diese Szene hat ihren Megastar. Habt doch bestimmt schon von Banksy gehört, oder? Da keiner weiß wer Banksy ist, vielleicht war er ja dabei. Glaube ich persönlich eher nicht, sah nichts aus wie Banksy. Sah aber alles gut aus. Zu sehen sind die unterschiedlichsten Stile und Techniken.

Bisher war am Ende des jeweiligen Teils der Umgestaltung einfach alles vorbei. Dieses Mal gibt es eine Finissage. Einige Künstler werden dann auch vor Ort sein und freuen sich über interessierte Gäste. Geht einfach hin. Kostet nichts und tut auch gar nicht weh. Für mich ist das Kunst, wie sie seien soll. Öffentlich, für alle Menschen zugänglich und kostenlos. Aber das ist noch eine andere Geschichte.

Für die Insider der Szene, hier das Line up der Künstler:

ALPHA / BAPTIST / BURNS / BUNTLACK / BEAST / CRIMP / CS BUGS / EITEL / FANTA / FADER / FLIN / GRAPHISM / GHOSTYARD / KORT / KÖBES / KÜRLS / LANDO / MOREFINES / MR.GUM / NASCA / PATRICK HARTL / PYSER / REYN / RIKO / SHAME / STEM / TRIM / WON ABC / WY CREW / ZLEP / ZEMENT uvm.

Veranstaltungstipp – Finissage Donnersbergerbrücke Part 4

Da solltet ihr hingehen. Am Donnerstag ab 19:00 Uhr ist unter der Donnersbergerbrücke die Finissage. Einige Künstler sind auch da. Führen euch rum, sind für Fragen da und feiern einfach den Abschluss von Part 4 der Umgestaltung.

Mehr dazu findet ihr hier: Donnersbergerbrücke Part 4

Weitere Bilder vom Graffiti an der Donnersbergerbrücke

Ihr seht hier nur ein paar Ausschnitte der Donnersbergerbrücke. Das sind ausschließlich Bilder von der Seitet Donnersbergerstraße. Auf der anderen Seite, an der Trappentreustraße gibt es noch mehr zu sehen.

Kategorien KUNST

Ich bin Sascha Walk und der Autor – besser gesagt der Urban-Lifestyle-Evangelist hinter Blog in Orange. Diese Bezeichnung leitet sich vom Technologie Evangelist ab. Ich möchte euch die frohe Botschaft des schönen Stadtlebens näherbringen.

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