LÖWENZAHN RELOADED

LÖWENZAHN RELOADED – Ein Trip zwischen Realität und Kopfkino

Ich war am Montag für euch auf einer Theaterprobe. Geplant hatte ich so 1,5 bis 2 Stunden da zu bleiben. Ich wollte eigentlich nur schnell eine Szene als Preview für euch drehen. Es kam aber anders. Ich war total gefesselt und auf einmal waren fast 4 Stunden rum. Das Stück und der Blick hinter die Kulissen des Theaters waren einfach zu spannend. Ich möchte euch hier ein wenig in diese Welt entführen und euch ein abgefahrenes, kleines Stück Kunst aus München vorstellen.

Theater, Theater, da, da, da, da, da

Ich stand in meinem Leben schon oft selbst auf einer Bühne. Habe Musik gemacht und später getanzt, nur Theater habe ich nie gespielt. Offen gesagt ich bin einfach zu faul Texte auswendig zu lernen. Ist so überhaupt nicht mein Ding. Umso faszinierender ist es für mich wenn Schauspieler auf der Bühne stehen und mal eben ein, zwei oder auch drei Stunden einen gelernten Text wiedergeben. Ich könnte das ja nicht. Da war ich also. Im Haus der kleinen Künste in München. Mitten unter Menschen die genau sowas machen, um andere Menschen zu unterhalten. Ist aber noch nicht alles. Man muss die passenden Gesten dazu machen. Sich in die emotionale Situation der Rolle hinein fühlen und was weiß ich noch alles. Das ist ganz schön komplex, habe ich mir am Montag da oft gedacht. Respekt.

Man darf nicht vergessen, wir reden hier von einer kleinen Produktion. Für mich ist genau dieser Punkt ganz wichtig. Es gehört zur DNA einer Großstadt. Es gibt nicht nur die großen Theater, die große Produktionen auf die Bühne bringen. Es gibt auch die kleinen Produktionen, die kleinen Bühnen. Wir reden hier nicht vom Laientheater. Das sind gestandene Schauspieler. Die bringen neue, unbekannte Stücke auf die Bühne. In kleinen Kellertheatern. Versteckte Perlen des urbanen Kurlturraums. Ihr merkt, ich bin immer noch sehr begeistert. Es hat sehr viel Spaß gemacht die Menschen hinter den Rollen zu treffen. Ein Gast in ihrer Welt zu sein und vor allem euch davon erzählen zu können. Jetzt aber genug zum Thema Theater, urbaner Raum usw., ich erzähle euch ein wenig was über das Stück.

Das Stück

Zwei Menschen, zwei Welten. Anne und Lisa streiten sich. Sie haben beide einen völlig unterschiedlichen Blickwinkel auf die Welt

Anna lebt in der Welt voller Träume. In der Kopfkino erlaubt, ja teil des Lebens ist. Da ist es halt 1985. Die Zeit danach? Egal. „Das bin ich noch nicht“

Ehemann Lisa, ja Lisa, richtig gelesen. Er ist in der harte reale Welt unterwegs. Dort ist alles klar, logisch und auch irgendwie langweilig und deprimierend. Träume haben da keinen Platz, oder sind sie einfach nur zerbrochen?

Im Zitat hört sich das dann so an:

„Du glaubst auch an alles! Gott, Einhörner, Kinofilme“

„Und du? An die Wirklichkeit! Fragt sich, was schlimmer ist“

Dabei wollten die Zwillinge doch nur wissen „Mama, wie hast du eigentlich Papa kennengelernt?“, „Papa, wie hast du eigentlich Mama kennengelernt?“. Eine typische Kinderfrage. Irgendwann wollen das die Kinder einfach wissen. Logisch. Also dann… Halt… da gibt es nämlich ein Problem. So einfach ist das nämlich nicht.

LÖWENZAHN RELOADED - Ensemble

Kurz danach findet man sich mitten im Kennenlernen der Hauptdarsteller wieder. Anna ist Studentin. Sie pflanzt Löwenzahn in ihrem Blumenkästen an. Eines Tages erschlägt sie ihre alte Nachbarin, mit einer Flasche Oliveöl. In die freie Wohnung zieht ein Mann namens Lisa ein…

Ihr seit jetzt etwas verwirrt? Macht nichts. Man kann die Welt halt auf unterschiedliche Arten wahrnehmen. Für die Zeit des Stückes habe ich mich für Annas Variante entschieden. Ich habe mich einfach hingegeben und treiben lassen. Auf dem Flyer zum Stück steht noch „Ein surrealer Reigen über Leichen im Keller, Zeitparadoxe sowie Tagträume auf dem Balkon. Gruselig. Komisch. Philosophisch“ Kann ich so unterschreiben und es macht viel Spaß dieser Geschichte zu folgen.

LÖWENZAHN RELOADED - Probe

Was nicht auf dem Flyer steht ist die Energie die von der Bühne ins Publikum geht. Das Ganze schon bei nur einer Person im Publikum, nämlich mir. Ich freue mich also schon sehr auf die Premiere am Samstag.

Wer jetzt sagt, hört sich spannend an. Möchte ich sehen. Ihr müsst euch beeilen. Es sind aktuell leider nur bei drei Aufführungen geplant. Was ich persönlich total schade finden, weil einige Leute denen ich davon erzählt habe schon gesagt habe „Hört sich interessant an, aber da bin ich ja leider nicht in München“. Ich würde mir demnächst noch ein paar Termine mehr wünschen 🙂

Termine, Uhrzeiten und Tickes

PREMIERE SA 26.03.2016
Weitere Vorstellungen DO 31.03. | FR 01.04.
Einlass 19.30 Uhr, Beginn 20.00 Uhr
Eintritt 12/6 Euro

Mehr Infos und Karten gibt es auf Facebook

Das Probenvideo zum reinschnuppern

Danke, danke, danke

Vielen Dank an alle Mitwirkende. Danke, an die Schauspieler: Christina Matschoss, Tom von der Isar, Andreas Gießer, Heiner Stöckle. Ein Dank an Carmen Schnitzer (Text & Regie) für diese abgefahrene Geschichte. Und ein Dank an Lars-Keke Altemann. Vielen Dank euch allen und für den Blick hinter die Kulissen, den ihr mir gewährt habt.

Besonders muss ich mich hier noch beim Tom von der Isar bedanken. Tom und ich sind schon seit dem gemeinsamen Studium befreundet. Er ist mein Türöffner in die Welt des Theaters. Ich habe schon einige Stücke gesehen, die ich ohne ihn nie gesehen hätte. Ich habe es nie bereut. danke Tom und nimm mich gerne wieder mit in deine Welt.

Impressionen der Probe

Update 27.03.2016 – Premiere

Gestern war Premiere. Das Haus der kleinen Künste war Ausverkauft. Die Entwicklung von der Probe am Montag bis zur Premiere war spannend zu sehen. Neben dem finalen Bühnenbild hat es auch noch ein paar zusätzliche Interaktionen und Gags gegeben. Für die zwei Aufführungen in dieser Woche gibt es noch Karten.

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