Kuratorengespräch zur Ausstellung Will I Live mit Damian Lentini

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21. September 2017 19:00 - 21:00

Apartment der Kunst – apartment of art

Schönfeldstraße 19

Kuratorengespräch mit Damian Lentini und Lars Koepsel.
„Will I Live“ zeigt das Werk von Vernon Ah Kee, einem der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler Australiens. Ah Kees Arbeit hinterfragt durch die Linse seiner urban-indigenen Abstammung und Erfahrungen die Darstellungsweisen zeitgenössischer Kultur. Er erforscht die subtilen, aber klar politischen Implikationen von Text und Sprache, die Art und Weise, in der rhetorische und kulturelle Symbolik angepasst und rezirkuliert werden, um bestehende Prozesse der Marginalisierung zu verstärken.
Weit davon entfernt jedoch ausschließlich Rassenverhältnisse innerhalb kolonialer Siedlernationen wie etwa Australien zu kritisieren, wird diese Ausstellung Ah Kees Werk im Apartment der Kunst in München vielmehr die globale Verwendbarkeit seiner „Culture-jamming“ Methoden aufzeigen.

Innerhalb des Kontextes einer Stadt wie München betrachtet, die sich im Epizentrum der europäischen Flüchtlingskrise befindet – einer Folge von Kriegen, ausgelöst durch zweihundert Jahre Kolonialismus – hebt Ah Kees strukturelle Befragung hervor, wie die Rhetorik von Rasse und Kultur, auffällig wenig die Stimmen derer kommuniziert über die innerhalb der Medienlandschaft Euro-Amerikas ein Urteil gefällt wird.

Vernon Ah Kee wurde 1967 in Innisfail im Norden Queenslands geboren und verfügt über eine sehr komplexe Familiengeschichte zu der die Familie Kuku Yalanji, Waanji, Yidinji, und Guugu Yimithirr gehören.

Ah Kee ist Mitglied der Gruppe proppaNOW, welche er gemeinsam mit anderen „Urban Aborigine“ Künstlern wie Richard Bell, Jennifer Herd und Joshua Herd gründete. Seine Arbeiten wurden bereits weltweit ausgestellt, so wie etwa auf der ersten Indigenous Art Triennale (2007), der Biennale of Sydney (2008); der Istanbul Biennale (2015), und der 53. Biennale di Venezia (2009).

Will I Live ist Ah Kees erste Einzel-Ausstellung in Deutschland und gleichzeitig auch Teil der diesjährigen großen Retrospektive Vernon Ah Kee: not an animal or a plant in der National Art School in Sydney.

Die Ausstellung wurde ermöglicht durch die großzügige Unterstützung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München und der Milani Gallery in Brisbane .