Helena Waldmann: Gute Pässe Schlechte Pässe

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13. September 2017 20:30 - 21:30

Muffathalle

Zellstraße 4

Helena Waldmann: Gute Pässe Schlechte Pässe

„Offen und assoziativ, intensiv, donnernder Applaus.“
Christian Pichler, Neues Volksblatt 16.3.2017

„Waldmanns Choreografie ist verstörend und mitreißend zugleich. Ihre zumeist politischen Stücke sind bekannt dafür, den gesellschaftlichen Nerv zu treffen, thematisch da anzusetzen, wo es gerade wehtut. Sie stellt die Frage, was Grenzen eigentlich wirklich markieren. Dabei paart sie Gesellschaftskritik mit ein wenig Humor und schafft es so, ihr Publikum auch ohne erhobenen Zeigefinger zum Nachdenken anzuregen.“
Alexandra Knief, Weser Kurier 26.3.2017

Helena Waldmann ist Weltreisende in Sachen Tanz: Sogar gemessen an den Standards einer durch und durch international arbeitenden Szene dürfte ihr Aktionsradius kaum zu übertreffen sein. An der Schnittstelle von Regie und Choreographie produziert, tourt und engagiert sich Helena Waldmann seit vielen Jahren weltweit – vom Nahen Osten über Lateinamerika bis nach Asien und Afrika.

In Gute Pässe Schlechte Pässe lotet Waldmann ein Thema aus, das unsere Gesellschaft derzeit bewegt wie kaum ein anderes – Grenzen: „Warum kann ich mich mit meinem guten deutschen Pass völlig ungehindert in 178 Ländern bewegen?“, fragt Waldmann, „und warum haben Menschen aus ärmeren Ländern diese Bewegungsfreiheit nicht?“ Die Antwort: „Je kreditfähiger ein Staat ist, desto akzeptierter ist sein Pass.“ So einfach ist das. Klar ist aber auch: Wo immer wir uns als Mitglieder einer bestimmten Gruppe definieren, grenzen wir andere aus. Dieser Mechanismus ist so tief in uns verwurzelt, dass er uns wie selbstverständlich erscheint. Man sagt: Eine feste Identität verleiht Halt und Orientierung. Das Fremde, das Unbekannte bleibt auf Abstand. Gleichzeitig sehnen wir uns danach, Grenzen zu überwinden, sie aufzubrechen, um Neues zu entdecken. Aber es scheint so, dass wir zunehmend bereit sind, unsere Freiheit ganz dem Bedürfnis nach Sicherheit unterzuordnen. Wollen wir das wirklich?

Waldmanns Protagonisten: dreißig Menschen – Tänzer und Akrobaten, Mauerbauer und Mauerschauer, Hiesige und Fremde. Auch wenn die Bühne sie eint, entstehen verschiedene Lager, verhärten sich die Fronten. Immer neue menschliche Demarkationslinien bilden sich, zwischen Tänzern und Akrobaten, aber auch ganz persönlich in unseren Köpfen.

Tanzregie, Bühne & Konzept: Helena Waldmann
Musik: Mika Vainio, Arne Deforce, Jean-Philippe Rameau, Richard Wagner
Dramaturgie & musikalisches Konzept: Tobias Staab
Licht: Herbert Cybulska
Kostüme: Judith Adam
Probenleitung: Johanna Hwang
On Stage: Sara Enrich Bertran, Antonia Modersohn, Enrico Paglialunga, Tjorm Palmer, Lysandre Coutu-Sauvé, Declan Whitaker, Carlos Zaspel & 22 freiwillige Mauerbauer
Foto: Andreas J. Etter

Eine Produktion von Helena Waldmann und ecotopia dance productions.

In Koproduktion mit Theater im Pfalzbau Ludwigshafen (D), Hessisches Staatsballett im Rahmen von Tanzplattform Rhein-Main, ein Projekt des Hessischen Staatsballetts im Staatstheater Darmstadt und Hessisches Staatstheater Wiesbaden und Künstlerhaus Mousonturm, Frankfurt (D), Les Théâtres de la Ville de Luxembourg (L), Colours International Dance Festival Stuttgart (D), Kaserne Basel (CH), Kurtheater Baden (CH), Forum Freies Theater Düsseldorf (D), Tafelhalle Nürnberg (D)
gefördert durch den Fachausschuss Tanz und Theater BS/BL

Veranstalter: Muffatwerk im Rahmen von Access to Dance

Access To Dance wird ermöglicht durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München, den Bayerischen Landesverband für zeitgenössischen Tanz (BLZT) aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst und den Bezirk Oberbayern.

Diese Veranstaltung wird ermöglicht durch das NATIONALE
PERFORMANCE NETZ im Rahmen der Gastspielförderung Tanz aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Kultur- und Kunstministerien der Länder.