Die Brasilienreise der bayerischen Forscher Spix und Martius

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29. November 2017 19:00 - 22:00

Museum Fünf Kontinente

Maximilianstraße 42

Eine Lucian Scherman Lecture
mit Gabriele Herzog-Schröder, München

Die große Brasilienexpedition des Zoologen Johann Baptist von Spix (1781–1826) und des Botanikers Carl Friedrich Philipp von Martius (1794–1868) vor 200 Jahren steht im Mittelpunkt der letzten Scherman Lecture des Jahres 2017. Auf abenteuerlichen Wegen erforschten die beiden Bayern drei Jahre lang eine neue, praktisch unbekannte Welt und sammelten – insbesondere im Gebiet des amazonischen Tieflands – eine beeindruckende Menge von zoologisch, botanisch und ethnologisch bemerkenswerten Objekten und Proben. Mit diesen konnten die Forscher nach ihrer Rückkehr die Königlichen Sammlungen in München in zentralen Aspekten ergänzen und wissenschaftliche Schwerpunkte in vielerlei Hinsicht neu setzen.

Das Museum Fünf Kontinente hütet die Ethnographica, die auf diese Reise zurückgehen, mit besonderer Aufmerksamkeit – handelt es sich doch bei den Artefakten indigenen Ursprungs um weltweit beachtete Raritäten und um eine der Gründungssammlungen des Hauses. Da die beiden Naturforscher auch das Leben und die Kulturen der indianischen Gesellschaften, die sie in Amazonien antrafen, studierten, gelten sie als die Begründer der ethnologischen Brasilien- und Südamerikaforschung in Bayern und weit darüber hinaus.

Dr. Gabriele Herzog-Schröder beschäftigt sich seit langem mit ethnologischen Studien zum südamerikanischen Tiefland. Diese führten sie mehrfach zu den Yanomami nach Süd-Venezuela in die Grenzregion zu Brasilien und ins brasilianische Amazonas- und Rio Negro-Gebiet. Ein weiterer Interessensschwerpunkt liegt auf ethnographischen Objekten in Museumsdepots, insbesondere jenen aus Amazonien. Herzog-Schröders Augenmerk liegt dabei sowohl auf der Geschichte der Sammlungen wie auch auf dem Dialog mit den sogenannten Herkunftsgesellschaften. Sie lehrt unter anderem am Institut für Ethnologie der Ludwig-Maximilians-Universität München.
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Eintritt frei