„Affektive Atmosphären“ / „Affective Atmospheres“

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5. Dezember 2017 19:00 - 21:00

Münchner Kammerspiele

Falckenbergstr. 2

Bei unserem fünften Panel werden am kommenden Dienstag, den 5. Dezember, Ben Anderson und Jace Clayton über „Affektive Atmosphären“ in politischen Settings, in kollektiven Räumen, und nicht zuletzt in der Musik und in sonischen Millieus sprechen. Der britische Geograph Ben Anderson forscht seit Jahren über den Zusammenhang von Emotionen wie Hoffnung und Angst und zeitgenössischen politischen Transformationen. In seiner Monographie Encountering Affect: Capacities, Apparatuses, Conditions zeigt er dabei, dass affektives Leben immer ein vermitteltes ist – es ist ein Produkt von Apparaten, Begegnungen und Bedingungen. Sein aktueller Fokus liegt auf urbanen Settings und sich darin verstärkenden politischen Atmosphären, die sich insbesondere in Folge des Brexits in Großbritannien und der Trump Wahl in den USA durch eine katastrophische Aufladung auszeichnen. Der New Yorker Künstler und Autor Jace Clayton, a.k.a. DJ/rupture, erforscht das Verhältnis von Sound als affizierendes Medium in kollektiven Räumen, die oft von asymmetrischen Machtbeziehungen durchzogen sind. Im Rahmen des Public Radio Programms der Documenta 14 wurde, zum Beispiel, Claytons Stück ALLGEGENWART gesendet, ein neues Chorstück, das in Reaktion auf die aggressive Beleuchtung seines Harlemer Wohnviertels durch die Polizei entstanden ist. Es behandelte auch die Geschichte der Chormusik als heilige Lobpreisung einer höheren Macht und setzte sie zugleich mit der in seinem Wohngebiet installierten Überwachungsstruktur in Beziehung. Clayton beschäftigt sich ebenso in seinen anderen Arbeiten stets mit marginalisierten Communities und fragt welche Formen der Erfahrung und Intervention subalterne Akteure haben könnten.

*in Kooperation mit den Münchner Kammerspielen, Kammer 3