Facebook Lebensarchiv und Datenschutz im Internet

Eigentlich war es ja klar, ein Aufschrei geht durch das deutsche Internet. „Facebook will jetzt alles wissen“ schreibt die Tagesschau und die Kommentare auf der Facebook Seite hierzu sind dem entsprechend. War auch zu erwarten, wir in Deutschland haben uns über die Jahre an unseren guten alten Datenschutz gewöhnt. Nur ist die deutsche Gesetzgebung leider nicht mehr der Zeit angemessen. (Update 12:25: Hierzu empfehle ich den Beitrag „Wir sind der Urheber“ von Till Kreuzer auf der re:publica 2011.) Natürlich sollen persönliche Daten geschützt sein, gar keine Frage. Aber was bringt es wenn die Realität unserer Welt schon ganz andere Fakten geschaffen hat? Wir die Nutzer geben im Internet Informationen weiter, nutzen Kundenkarten und suchen bei Google. Hierbei werden immer Daten über uns gesammelt beim Lesen der Kommentare sind mir vor allem folgende Punkte aufgefallen:

  1. Es fehlt an Medienkompetenz in Deutschland.
    Ein entsprechendes Schulfach fehlt. In Großbritannien ist dieses Thema bereits umgesetzt.
  2. Unser Datenschutzrecht entspricht nicht mehr der Realität, die das Internet und wir selbst dort geschaffen haben.
  3. Jeder kann selbst entscheiden, ob er Informationen über sich im Internet veröffentlicht.
  4. Wer nicht möchte, dass Unternehmen wie z. B. Google etwas über uns erfahren, muss konsequent genug sein, ganz auf das Internet zu verzichten.
    Mit jeder Suchanfrage geben wir Informationen von uns z. B. an Google oder andere Suchmaschinen.

In den Kommentaren wird oft darauf hingewiesen, dass es jetzt ja Google+ für alle gibt und dort das Thema Datenschutz so toll gelöst ist. Mal ganz ehrlich, Google weiß mehr über euch als Facebook in seinen kühnsten Träumen gerne wissen würde. Durch die Masse an Diensten sind alle Daten verfügbar. um ein genaues Profil von euch zu erstellen. Wer mit seinem Google Konto sucht z. B. auf dem Android Handy, macht sich transparenter als ihm lieb ist. Diese Information in Verbindung mit Google+, Google Mail und den weiteren Diensten macht euch durchsichtiger als Orwell es sich hätte vorstellen können. Dann gibt es keine Ecke mehr in der man sich verstecken kann, denn wer lässt schon sein Handy daheim?

Es geht mir hier auch nicht darum die Dienste schlecht zu machen, wir müssen uns nur dieser Realität bewusst sein. Ich würde mir nur wünschen, dass der Aufschrei beim Thema Vorratsdatenspeicherung genau so groß wäre. Da gibt es nämlich nicht die Möglichkeit zu entscheiden, was ich veröffentliche. Wenn ich einen Telefonanschluss habe, werde ich erfasst. Wann spreche ich mit welcher Nummer, an wen schicke ich Mails und welche Internetseiten besuche ich. Ohne Verdacht einfach mal so, falls es der Staat mal braucht .

Kategorien DIGITAL

Ich bin Sascha Walk und der Autor – besser gesagt der Urban-Lifestyle-Evangelist hinter Blog in Orange. Diese Bezeichnung leitet sich vom Technologie Evangelist ab. Ich möchte euch die frohe Botschaft des schönen Stadtlebens näherbringen.

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