eat & STYLE 2016 - Meine Fundstücke

In meinem Blog wird das Thema Getränke, vor allem Spirituosen, einen größeren Raum einnehmen. Ich habe viele Jahre als Bartender gearbeitet und eine Leidenschaft für hochwertige Getränke entwickelt. Anders herum gesagt: Ich kann keinen billigen Sprit mehr trinken. Im letzten Jahr habe ich meine Jagd auf neue tolle Getränke begonnen. Ich habe einige Messen besucht und möchte euch nun meine ersten Entdeckungen vorstellen. Los ging meine Suche auf der eat & STYLE und ich bin dort auch direkt fündig geworden.

Was ich suche

Es gibt eine so riesige Auswahl an Getränken auf dem Markt. Hier hat sich in den letzten 20 Jahren sehr viel getan. Ein extremes Beispiel ist das Thema Gin. Vor 20 Jahren gab es nur ein paar Sorten in Deutschland. Da war der Bombay Sapphire (47 % Alkohol) und etwas später der Tanqueray No. TEN schon echte Highlights. Heute gibt es erheblich mehr Ginsorten in Deutschland, es sind hunderte. Leider sind hier viele Produkte dabei, die ich als reine Marketingprodukte bezeichnen würde. Ich habe das Gefühl jeder 2. Student macht seinen eigenen Gin, bzw. lässt ihn machen. Hier fehlt mir persönlich oft die Qualität. Die Vielfalt finde ich grundsätzlich toll, nur ist eben nicht jedes dieser Produkte eine Entdeckung.

Was ich suche sind Produkte die mich begeistern. Weil die Qualität stimmt. Weil es ein besonderes Produkt ist. Dabei konzentriere ich mich vor allem auf Gin, Rum, Liköre und Brände. Whisky bzw. Whiskey mag ich persönlich  auch, hier gibt es aber viele Experten die sich ganz dem Thema widmen. Daher wird es bei mir  im Blog kein Thema sein. Jetzt aber zu meiner ersten Foodmesse, der eat & STYLE.

Die eat & STYLE im Überblick

Die eat &STYLE findet nicht nur in München, sondern auch in Hamburg, Stuttgart und ganz neu in Düsseldorf statt. Mit insgesamt 85.000 Besuchern ist es Deutschlands größtes Food-Festival. Hier kann man nicht nur Food- und Getränketrends entdecken. Es gibt auch eine Reihe von Workshops und unterschiedlichen Themenwelten. Bei meinem Besuch gab es z. B. einen Walk of Coffee und eine „Männerecke“ bei der es um Fleisch ging. Gerade das war sehr faszinierend, weil im Verlauf des Festivals ein viertel Rind erst zerlegt und dann vollständig verarbeitet wurde. OK, diese Ecke war jetzt nicht so für Vegetarier und Veganer geeignet, ich persönlich fand es super.

Was ich auf der eat & STYLE gefunden habe

Auf so einer Messe kann man viel probieren, egal ob es nun Essen oder Trinken ist. Es war ein toller Tag und mit der Sissi St. Croix an meiner Seite gab es auch noch den vegetarischen Blickwinkel dazu. Mir ging es aber im Kern um das Thema Getränke. Hier habe ich zwei besonders interessante Produkte gefunden.

Krater Noster – Gin

Wachholder im Nördlinger RiesDer Krater Noster ist ein deutscher Gin aus dem Nördlinger Ries, einem Meteoritenkrater in Bayern. Am Kraterrand gibt es eine Heidelandschaft, in der wilder Wacholder wächst. Daraus entstand die Idee der Kraterspirits-Manufaktur einen eigenen Gin zu entwickeln. Die Sicherung der Ernterechte war da nur der erste Schritt. Im Herbst 2015 wurde dann zum ersten Mal geerntet und daraus ein Gin produziert. Für das Ernterecht kümmert sich das Unternehmen übrigens um die Heidepflege.

Genau dieser besondere Wacholder prägt den Gin. Er ist herb-fruchtige und leicht harzige Note. Dazu kommen noch Birne und Rhabarberwurzel (gibt es laut Hersteller bei keinem anderen Gin weltweit). Ein Gin mit Ecken und Kanten, einer eigenen Persönlichkeit. Mit Sicherheit trifft er nicht jeden Geschmack, dafür hat er zu viel Charakter. Wer aber Gins mit deutlicher Wacholdernote mag ist hier genau richtig. Ich habe mich gleich in diesen Gin verliebt. Er ist stark, hat einen außergewöhnlichen Geschmack. Ich habe pur verkostet, kann mir den Krater Noster aber gut mit einem fruchtigen Tonic z. B. Thomas Henry Elderflower oder auch mit meinem Favoriten Fentiman Tonic vorstellen.

Bei Gin Tonic bin ich ein Warmtrinker, ohne, ohne. Also nur Gin und Tonic. Beides möglichst Zimmertemperatur. Ohne Eis und ohne Obst oder Gemüse. Ich sehe euch jetzt geistig den Kopf schütteln, aber es hat viele Vorteile. Der Geschmack kommt bei dieser Temperatur am besten zur Geltung und der Magen wird auch geschont. Das geht aber nur mit einem guten Drink, wer das mit Schweppes und Gordons Gin probiert wird keinen großen Spaß haben.

Ich bin mit meinem Lob für den Krater Noster übrigens nicht alleine. Auf der San Francisco World Spirits Competition hat er die höchste Auszeichnung, eine doppelte Goldmedaille bekommen. Das Produkt wurde damit als herausragend bezeichnet und hat von allen Richtern die höchste Bewertung erhalten. Auch vom DLG gab es im letzten Jahr noch eine Goldmedaille oben drauf.

Bilder von der Wacholderernte im Nördlinger Ries

flora POWER – Mate

Mate-Tee-Getränke sind bei uns vor allem durch die Club-Mate bekannt geworden. Es handelt sich dabei um eine koffeinhaltig Limonade, auf Basis von Mate-Tee. Der Mate-Tee wird vor allem in Südamerika getrunken, dort aber direkt als Tee. Dafür gibt es auch spezielle Behälter und der Tee wird durch einen Trinkhalm mit Sieb direkt aus dem bis oben hin mit Tee gefüllten Behältnis getrunken. Mate ist sehr polarisierend, man mag den Geschmack, oder man hasst ihn. Ich bin ein Fan und auch hier trinke ich das Getränk in Zimmertemperatur.

Die flora Power zeichnet sich für mich vor allem durch zwei Dinge aus. Sie hat nur wenig Kohlensäure und ist weniger süß als die Club Mate. Mir persönlich schmeckt die flora Mate besser als der Marktführer. Allerdings ist sie in München nur schwer zu bekommen. Das Unternehmen stammt aus Hamburg und hatte zur eat & STYLE noch keinen festen Vertriebspartner in München. Schade eigentlich. Wenn ihr sie doch mal findet probiert einfach mal, es lohnt sich.

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