Weinabend Großflaschen

Ein wunderbarer Abend in der historischen Weinlände

Letzten Freitag habe ich einen wunderbaren Abend in die Historischen Weinlände in Rosenheim verbracht. Auf dem Programm stand die Veranstaltung „Wine & Dine – Großflaschen“. Ein Vier-Gang-Menü inkl. Weinbegleitung. Ich habe den Abend sehr genossen und möchte euch hier darüber berichten.

Nach dem Empfang im Garten des Lokals ging es in die renovierte Kaminstube, des denkmalgeschützten Hauses.

Kaminstube

Das Bild ist von der Webseite der Weinlände (Vielen Dank für die Genehmigung).

Am Abend war die große Tafel natürlich eingedeckt und alle Teilnehmer fanden hier Platz. Aus kleinen Gruppen die sich schon vorher kannten entwickelten sich schnell Gespräche in alle Richtungen. Der gemeinsame Tisch wurde zu einer fröhlichen Gemeinschaft. Dieses Gemeinschaftsgefühl bestimmte das Ambiente des Abends. Außergewöhnlich waren auch die Formate der Weine. Es wurden ausschließlich Großflaschen ausgeschenkt. Die Weine kamen zum großen Teil aus 3 Liter Flaschen. Zum Hauptgang waren es dann sogar eine 6 Liter. Hierfür war dann auch eine Ausgießmaschine notwendig.

AusgießmaschineAusgießmaschine für Großflaschen.

Wer jetzt bei großen Flaschen an den üblichen Landwein aus dem Supermarkt denkt, liegt falsch. Es waren ausschließlich hochwertige, gereifte Weine. Durch die großen Flaschen entwickeln diese Weine einen eigenen Charakter, gegenüber normalen 0,75 Liter Flaschen. Es war also eine tolle Gelegenheit solche Weine kennen zu lernen und natürlich auch zu genießen. Die Idee für den Abend entstand gemeinsam mit der Casa Bianca Vinothek aus Kolbermoor. Den Inhaber Hubert Paulweber kenne ich noch aus meiner Zeit in der Gastronomie. Er war schon damals ein zuverlässigen Partner für Weine, Spirituosen und was man sonst so in einer Bar benötigt. Hubert führte unterhaltsam und gekonnt durch die Welt der Weine.

Spannend war auch die Herangehensweise an den gesamten Abend. Normalerweise findet man eine Tischkarte, die einem schon zu Beginn ankündigt welches Essen und welche Weine man zu erwarten hat. Ganz anders an diesem Abend. Die Weine wurden eingeschenkt, beschnuppert und probiert. Dann eine Fragerunde. Was glaubt ihr? Was für einen Wein habt ihr im Glas? Jeder hatte die Möglichkeit was zu sagen. Auch dies hat den Abend sehr locker gehalten. Dann kam natürlich die Auflösung.

Das setzte sich beim Essen fort. Erst wurde gegessen, dann gesagt was es war. Essen ganz ohne Einmischung des Unterbewusstseins. Das führte dazu, dass es keine Diskussionen über die Zutaten, u. a. Kutteln und Kalbsbries gab. Für mich war es der erste Kontakt mit beiden Zutaten, die ich niemals freiwillig bestellt hätte. Der Kopf arbeitet da bei mir zu viel mit. So kann ich aber sagen, beides hat hervorragend geschmeckt. Anderen Teilnehmern ging es da auch so.

Eingerahmt wurde das ganze von einem guten Service mit Charakter. Damit meine ich, es war nicht steif sondern sehr persönlich und menschlich. Man fühlte sich mehr als Gast bei Freunden, nicht als Kunde bei einem Unternehmen. Echte Gastfreundschaft anstelle von Chichi.

Das gesamten Menü war wirklich vorzüglich und im Gesamteindruck eine außergewöhnlich und spannende Erfahrung. Das habe ich aber auch erwartet, da ich die Küche der Weinlände schon von anderen Besuchen her kenne. Das gesamte Menü inkl. Weine und Wasser kostete pro Person nur 69,00 €. Dieser Preis ist für Qualität, Umfang und Weinbegleitung mehr als günstig.

Auch die normale Speisekarte bietet genau dies. Außergewöhnlich gutes Essen zu einem guten Preis. Zum Kennenlernen bietet sich auch das Mittagsmenü „LunchTrio“ an. Hier bekommt man für 9,20 €, Vorspeise, Hauptspeise und einen Kaffee. Zum Kennenlernen sehr zu empfehlen ist auch das Menü am Samstag-Mittag, drei Gänge inkl. Kaffee für 16,00 €. Am Abend beginnen die Menüs bei ca. 30,00 € (Drei-Gang-Menü). Es gibt auch einzelne Gerichte und niemand muss ein Menü bestellen, es lohnt sich aber :-). Ich freue mich auf jeden Fall auf meinen nächsten Besuch in Rosenheim und spätestens zum Weinstraßenfest am 13.06.2014 bin ich wieder da.

 

Das Menü, die Weine und Bilder:

Aperitif: Crémant
Bouvet
Saphir Saumur Brut Vintage – 3,0 Liter

 

Amuse-Gueule – Duette von Paprika und Erdbeere

Weinbegleitung: Weißwein
Weingut Kurt Angerer, Lengenfeld
Eichenstaude Grüner Veltliner 2009 – 13,5 % – 3,0 Liter
Ein wuchtiger Wein der auf rotem Schotter und Granit- und Urgesteinsboden angebaut wird. Zum Teil im Barrique vergoren. Duft nach gelben exotischen Früchten, Birne, dazu feine kräuter- und mineralische Noten. Sehr dicht und kräftig mit viel Extraktsüsse und langem Abgang.

 

1. Gang – Gebratener Kaisergranat auf Kutteln

Weinbegleitung: Weißwein
Weingut Johann Topf, Straß
Sauvignon Blanc Hasel – 15 % – 3,0 Liter
Konzentration aus Frucht von reifen schwarzen Johannisbeeren mit einem Hauch von Vanille, dicht und mächtig mit enormer Extratsüße, füllig und ausgewogen mit einer perfekten Harmonie aus Holz und Wein. Ein großer Sauvignon nach internationaler Stilistik – Ein Erlebnis!

 

2. Gang – Lasagne von St. Pierre und Kalbsbries an Queller

Weinbegleitung: Rotwein
Weingut Kurt Angerer, Lengenfeld
St. Laurent – 13 % – 3,0 Liter
12 Monate im neuen Barrique gelagert Zartwürziger und fast etwas floraler Duft nach roten Beeren und Kirschen mit mineralischer Note. Weiche, erfrischend saftige Frucht, kräftiger Körper gut eingebundene Holznoten, lange Nachhaltigkeit und Länge

 

3. Gang – Australisches Flanksteak vom Wagyu Rind mit Handschrift-Reduktion

Weinbegleitung: Rotwein
Weingut Lergenmüller
Handschrift – 14 % – 6,0 Liter
Gelungene Vermählung der Weinsorten Cabernet Sauvignon und Tempranillo, welche die Handschrift des Kellermeisters in Perfektion wiederspiegelt. Ein wunderbarer Duft nach reifen Kirschen und dunklen Beeren vereint sich mit deutlichen Röst- und Vanillearomen und leichter Würze. Sehr nachhaltig am Gaumen mit einem beeindruckenden Abgang.

 

4. Gang – Türmchen von Araguani-Schokolade und Bourbon Vanille

Espressobegleitung 🙂

 

Disclaimer: Mit dem Geschäftsführer der Weinlände bin ich privat befreundet und wurde zur Veranstaltung eingeladen. Dieser Beitrag war weder Voraussetzung für die Einladung, noch wurde ich darum gebeten. Der Artikel ist aus eigenem Antrieb entstanden und entspricht im vollen Umfang meiner persönlichen Meinung und Überzeugung. 

 

Verfasse eine Kommentar